Kein Bock auf Bystron: Obergünzburg setzt deutliches Zeichen gegen Afd-Hetzer

Wir haben uns dem vom antifaschistischen Stammtisch Obergünzburg mit den Grünen Günztal initiierten Bündnis „Rechte Hetze stoppen“ angeschlossen und deren Demonstration am 30.06.2026 in der Marktgemeinde unterstützt. Anlass war Besuch von Petr Bystron, einem der dubiosesten Typen in der an dubiosen Typen nicht armen AfD.

Als Hauptrednerin sprach bei der Kundgebung am Marktplatz die frühere Europaabgeordnete und Menschenrechtsexpertin Barbara Lochbihler. Sie warnte davor, wie die AfD die Demokratie verächtlich macht und menschenrechtswidrige Politik durchsetzen will. Kurz vor dem Demo-Termin wurde auch ein neues Gutachten veröffentlicht, das die Verfassungswidrigkeit der AfD und somit Gründe für ein mögliches Verbot der Partei detailliert belegt. Ein Parteiverbot und der Kampf gegen den Rechtsextremismus reiche allein aber nicht aus, so Lochbihler. Zusätzlich müsse die Politik auch selbst aktiv für Verbesserungen für alle sorgen und sich nicht nur um die Interessen der oberen 10% kümmern.

Alternativdeutschland folgt russischen Interessen

Zuvor hatte der Demonstrationszug an der Rösslewiese gestartet und am Eingang zum Hirschsaal gestoppt, wo die AfD mit einem angeblichen „Bürgerdialog“ Petr Bystron eine Bühne bot, sowie mit dem Kreisvorsitzenden Wolfgang Dröse und Marktrat Christian Reindl auftrat. Das „Empfangskomitee“ von rund 300 Antifaschist*innen verdeutlichte in Redebeiträgen des antifaschistischen Stammtischs Obergünzburg, dass ein Gast wie Petr Bystron selbst für AfD-Verhältnisse beschämend ist. So gilt der heutige Europaparlamentarier Bystron schon seit seiner Zeit als Landesvorsitzender als Vertreter des verfassungsfeindlichen „Flügels“ der AfD, der heute insgesamt die Richtung der Partei vorgibt und damit unweigerlich in ein Verbotsverfahren führt.

Als späterer Bundestagsabgeordneter schien der im heutigen Tschechien geborene Bystron eher ausländischen Interessen und russischer Spionage zu dienen als dem deutschen Volke. Er ließ sich dann ins Europaparlament wählen, nachdem seine Immunität im Bundestag aufgehoben wurde, sodass Ermittlungen wegen Bestechlichkeit, Betrug und Geldwäsche zunächst wieder gestoppt werden mussten, bis auch das Europäische Parlament die Immunität aufhob.

Breite Mehrheit gegen Dröse, Reindl und Bystron in Obergünzburg

Durch vermeintlich harmlose Angebote wie einem „Bürgerdialog“ bei der Landbevölkerung Anklang für ihre demokratieverachtende Propaganda zu finden – diese AfD-Strategie wurde durch die Arbeit des Bündnisses „Rechte Hetze stoppen“ vereitelt. Die Bürger*innen in Obergünzburg und dem Umland bekamen nun unweigerlich mit, in welche rechtsextremen und möglicherweise strafrechtlich relevanten Machenschaften Bystron verstrickt ist und welche Haltung er zu anderen Menschen hat („selbstverständlich entsorgen“).

Kreisrat Wolfgang Dröse jammerte und schimpfte („Pfui, pfui!“) derweil über angebliche Unterdrückung und phantasierte über geschwungene Keulen, weil die Marktgemeinde Obergünzburg ihm und seinem Buddy Bystron keinen roten Teppich ausgerollt, sondern u.a. eine Gegendemo genehmigt hat. Sowohl der neue Bürgermeister Florian Ullinger von den Freien Wählern als auch der Altbürgermeister Lars Leveringhaus von der CSU machten neben dem grünen Marktrat Günter Räder und vielen weiteren Kommunalpolitiker*innen in der abschließenden Versammlung am Marktplatz deutlich, dass die Rechtsextremisten in Obergünzburg nicht erwünscht sind – und zwar nicht nur bei Linken und Grünen, sondern eben auch nicht bei der bürgerlichen Mehrheit im Markt, die teilweise wohl Berührungsängste mit antifaschistischen Organisationen hat und so erst am Marktplatz zur Versammlung dazu kam, ohne vorher an der Laufdemo und dem Protest am Eingang zum Hirschsaal teilzunehmen.

Anstatt ihren einzigen Marktrat Reindl vor Ort mit einem prominenten Besuch zu unterstützen, hat die Ostallgäuer AfD von Wolfgang Dröse sich mit der Einladung Petr Bystrons weiter isoliert und im Gegenteil unsere antifaschistische Bündnis- und Informationsarbeit gestärkt. Wir freuen uns schon auf den nächsten gemeinsamen antifaschistischen Stammtisch mit unseren Obergünzburger Freund*innen.