Geschichte vom Bündnis Kaufbeuren gegen Rechts

2019 wurde das Bündnis unter dem Namen „Gemeinsam gegen Rechts“ initiiert. Seither haben wir viele Mahnwachen, Kundgebungen und Demos organisiert.

Unser Ziel: dem Rechtsrutsch und rechtsextremistischen Umtrieben in Kaufbeuren und Umgebung gemeinsam entschieden entgegen treten und ein Bewusstsein schaffen für den Wert von Demokratie und Vielfalt sowie gesellschaftlichen Zusammenhalt

Von Mahnwachen zu Großdemos

Auch wenn der Gründungsgedanke im Spätsommer 2019 war, ein Aktionsnetzwerk zu bilden, das immer dann schnell und koordiniert reagieren kann, wenn etwas passiert, hätten wir nicht gedacht, dass es so schnell nötig werden würde. Doch schon wenige Wochen nach dem Gründungstreffen versuchte ein rechtsextremer Terrorist in Halle, am 9. Oktober zu Jom Kippur in die Synagoge einzudringen. Nachdem er an der verschlossenen Tür scheiterte, tötete er scheinbar wahllos, aber doch zielgerichtet mehrere Menschen. In einem vorher im Internet veröffentlichten Manifest hatte er seine antisemitischen Wahnvorstellungen sowie Hass auf Frauen und Migranten deutlich ausgebreitet.

Am 18.10.2019 erfolgte daraufhin die erste Mahnwache unseres Bündnisses am Salzmarkt in Kaufbeuren, um den Opfern zu gedenken und gegen den allgemein sich verstärkt verbreitenden Rechtsextremismus zu demonstrieren.

Im Februar 2020 tötete ein weiterer rechtsextremistischer Terrorist in Hanau neun Menschen – darunter auch Klassenkameraden und Freunde von Geflüchteten, die in Kaufbeuren gelebt hatten. Zeitgleich mit der bundesweiten Demonstration in Hanau hielten wir am 22.02.2020 eine Mahnwache ab, auf der die Namen der Getöteten verlesen und auf Schildern gezeigt wurden.

In den folgenden Monaten und Jahren verlagerte sich unsere Aktivität mehr und mehr zu Gegenprotesten – etwa gegen die Demos der schnell nach rechts abdriftenden Querdenken8341-Gruppe und in der Folge auch immer wieder gegen Besuche namhafter Personen aus den extrem rechten Flügeln der mittlerweile längst insgesamt rechtsextremistischen Partei „Alternative für Deutschland“. Unsere bislang größte Demo fand 2024 unter dem Motto „Wir sind die Brandmauer“ mit rund 2.000 Teilnmehmer*innen statt – laut Oberbürgermeister Bosse die größte Demo überhaupt seit Jahrzehnten in Kaufbeuren.

2. antifaschiste Kneipentour

Mehr als nur Gegenprotest

Nach einiger Zeit entwickelte sich der Wunsch, neben den leider immer wieder notwendigen Mahnwachen und Gegendemos auch schöne Dinge zu unternehmen. So entstanden die Aktion „Kein Bier für Nazis“ mit Kaufbeurer Gastronomiebetrieben, interkulturelle Picknicks, antifaschistische Kneipentouren und Stammtische sowie Infostände bei Festivals und Musikveranstaltungen.